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Das Goldene Vlies - eine wirtschaftliche Perspektive für die Fuchsschafwolle
Mehr als 50 verschiedene Produkte werden gegenwärtig aus der Wolle der Coburger Fuchsschafe im Auftrag der Genossenschaft Das Goldene Vlies eG hergestellt: angefangen von der Strickwolle und warmen Socken über die klassischen Troyer bis hin zu wetterfesten modernen Walkjacken und edlen Designerwesten. Das Spektrum wird von Jahr zu Jahr größer und immer mehr Kunden sind begeistert von den qualitativ hochwertigen und langlebigen natürlichen Produkten.
Die Idee der gemeinsamen Verarbeitung der Wolle entstand bei einem von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Fuchsschafzüchter initiierten Wollseminar im Mai 1999. Die 10 bis 15 Teilnehmer des Seminars begeisterten sich schnell für die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der Wolle, es wurden Adressen ausgetauscht und bereits kurz darauf die erste Produktion (es waren damals zunächst 6 verschiedene Wollartikel: Strickwolle, Socken, Janker und Westen, Rundhalspullover und Troyer) in Auftrag gegeben.
Über die Grundsätze der Herstellung waren sich alle einig: die Transportwege sollen möglichst kurz sein und es sollen qualitativ hochwertige Wollprodukte - nach Möglichkeit in Deutschland oder angrenzenden Ländern - unter sozialverträglichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Wesentlich war und ist vor allem das Ziel, einen höheren Erlös für die Rohwolle zu ermöglichen. Zumindest sollten die Kosten für die Schur aus dem Verkaufserlös der Wolle gedeckt werden können.
Im September 2001 wurde dann die Genossenschaft Das Goldene Vlies eG gegründet. Die Geschäftsstelle der Genossenschaft wird seither von Susanne Korte in Willingshausen/Nordhessen geführt. Hier werden die Vor-, Zwischen- und Endprodukte gelagert und von dort erfolgt der Versand der Waren. Jedes Mitglied erwirbt beim Eintritt in die Genossenschaft laut Satzung mindestens zwei Geschäftsanteile à 100,- Euro und jedes Mitglied hat - unabhängig von der Höhe der Geschäftsanteile - eine Stimme. Im Mai 2003 wurde dann das Logo als Wort-/Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen.
Trotz mancher Schwierigkeiten konnte die Produktion in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut werden. Die Genossenschaft kauft von ihren Mitgliedern, den Züchtern und Haltern der Coburger Fuchsschafe, die Rohwolle an, organisiert die gesamte Abwicklung der Produktion über das Waschen, die Herstellung des Garns bis hin zur Herstellung der fertigen Produkte und verkauft dann die fertigen Produkte an die Genossenschaftsmitglieder, andere Wiederverkäufer und an Endverbraucher. Die Genossenschaft arbeitet inzwischen mit über zehn verschiedenen Verarbeitern zusammen.
Die Genossenschaft Das Goldene Vlies eG hat derzeit etwa 40 Mitglieder und verarbeitet pro Jahr 3 bis 4 Tonnen Rohwolle. Vergütet wird die Wolle der Genossenschaftsmitglieder mit 1,- Euro je kg netto, eine Erhöhung des Auszahlungspreises wird angestrebt (zum Vergleich: manche Züchter bekommen lediglich 15 Cent für 1 kg Fuchsschafwolle oder von ihrem Wollhändler sogar zu hören, dass sie froh sein sollen, wenn sie die Wolle überhaupt abnehmen). Voraussetzung für die Annahme der Wolle von der Genossenschaft ist, dass die Wolle gut vorsortiert ist, also weder Schmutzwolle noch Bein- und Bauchwolle und keine kurzen Fasern enthält und auch nicht verfilzt ist. Zur Reduzierung der Transportkosten erfolgt das Einsammeln bzw. Abliefern der Wolle über Zwischenstationen, von den Sammelstellen bzw. größeren Betrieben wird die Rohwolle per Spedition zur Wollwäscherei gebracht. Seit 2009 kann erstmals eine zweite Wollwäscherei eingebunden werden und wird die anfallende Wolle „nördlich der Mainlinie“ zur Wollwäscherei Traitex in Verviers/Belgien verbracht, während die Wolle von den Betrieben in Süddeutschland zur Wollwäscherei Regensburger in das Ötztal/Osterreich geliefert wird.
Die Betriebe der Genossenschaftsmitglieder verteilen sich von Schleswig-Holstein bis Garmisch-Partenkirchen und von Dresden bis in die Eifel. Die Zusammenarbeit mit einer größeren Schäferei, die im Naturpark Hohes Venn in Belgien die Landschaft pflegt, befindet sich im Anfangsstadium. Nachdem in den ersten Jahren überwiegend Mitglieder mit kleineren Herden mit 10 bis 50 Mutterschafen in der Genossenschaft vertreten waren, sind inzwischen erfreulicherweise auch größere Betriebe mit mehreren Hundert Mutterschafen, die in der Landschaftspflege tätig sind, hinzu gekommen. Darin dokumentiert sich nicht zuletzt, dass ein wesentliches Ziel der Genossenschaft, eine höhere Vergütung für die Rohwolle durchzusetzen, offensichtlich erreicht wird. Gerade für die Betriebe, die maßgeblich von der Schafhaltung leben (müssen), ist ein besserer Auszahlungspreis für die Wolle entscheidend, um die Wirtschaftlichkeit der Schafhaltung zu gewährleisten.
Die meisten Betriebe, die die Fuchsschafwolle für Das Goldene Vlies eG im Lohn verarbeiten, befinden sich im süddeutschen Raum. Leider mussten in den letzten Jahren schon häufiger Verarbeiter gewechselt werden, da sich auch im Textilbereich ebenso (oder sogar noch stärker) wie in der Landwirtschaft ein „Wachsen oder Weichen“ (bzw. Spezialisieren) der Betriebe vollzieht. Die notwendige Spezialisierung der Betriebe führt dazu, dass es jeweils verschiedene Verarbeiter sind, die für Das Goldene Vlies eG Socken oder Pullover stricken, Walkprodukte, Wolldecken und Filz herstellen, die Wolle kardieren (kämmen) oder pflanzlich färben sowie aus dem angelieferten Filz Filzprodukte wie z.B. Einlegesohlen oder Filzpantoffeln herstellen. Der organisatorische Aufwand ist dementsprechend hoch, die Transporte nehmen leider auch zu und die Preise der Endprodukte müssen aufwendig kalkuliert werden, da es bei jedem Verarbeitungsschritt Verluste und Verschnitt gibt.
Doch der Aufwand lohnt sich, die hochwertigen natürlichen Produkte kommen bei den Kunden sehr gut an - sowohl bei landwirtschaftlichen Ausstellungen, Messen und Märkten und in Hofläden als auch bei spezialisierten Textilmärkten. Viele der Genossenschaftsmitglieder gehen mit den Wollprodukten vom Coburger Fuchsschaf selbst auf Märkte oder verkaufen sie direkt „ab Hof“. Erfreulich ist auch, dass zahlreiche Teilnehmer des Wollseminars der Arbeitsgemeinschaft der Fuchsschafzüchter vom Mai 1999 nach wie vor aktive Träger der Genossenschaft und Vermarkter der „Qualitätsprodukte vom Coburger Fuchsschaf“ sind.
Überzeugen Sie sich selbst: besuchen Sie unsere Verkaufsstellen oder die Marktstände unserer Wiederverkäufer. Wir senden Ihnen auch gerne noch weitere Informationen zu - ob als Endverbraucher oder Wiederverkäufer. Wir freuen uns über Ihre Nachricht.
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